Dritte Donaubrücke

Ingolstadt
 Wettbewerb 1. Preis Planungs- und Bauzeit 1993 bis 1998

Um die Verkehrsbelastung der Altstadt und der beiden bestehenden Donaubrücken zu reduzieren, hatte der Stadtrat der Stadt Ingolstadt einen Wettbewerb für eine dritte Brücke für den Kfz-Verkehr, Radler und Fußgänger ausgelobt. Die Linienführung der auf Seilen gelagerten, 162 m langen Plattenbalkenbrücke ergibt sich aus dem Tragverhalten: Die Seilscharen werden an beiden Uferwiderlagern rückverankert und über zwei als Umlenksättel ausgebildete Schrägpylone aus Stahlbeton geführt. Die Stahlbetonplatte ist mit kreuzförmigen Stahlstützen auf die Tragseile aufgeständert. Die Fuß- und Radwege sind auf beiden Seiten direkt auf die Tragseile aufgelagert. Durch die Trennung der Nutzungen wird der Erlebniswert für Fußgänger und Radfahrer erhöht und eine störende Breiten- und Tunnelwirkung vermieden. Durch ihr Konstruktionsprinzip wirkt die Brücke in ihrem Erscheinungsbild filigran und transparent. Trotz ihrer neuartigen Tragwerkskonzeption von den Ingenieuren Jörg und Mike Schlaich kommt sie mit bewährten Bauelementen aus. Es wurde Wert darauf gelegt, dass die Tragseile auf der ganzen Brückenlänge freiliegen, um sie jederzeit vom Gehweg aus inspizieren zu können. Das freigespannte Tragwerk aus Seilen wurde als Viererbündel ausgebildet, damit im kritischen Fall auch Seile einzeln, unter Verkehr, ausgewechselt werden können. Aus landschaftlich-stadträumlicher Sicht fügt sich die Brücke in ihre Umgebung, den Naturraum der Donau mit dichter Uferbepflanzung, den Parkanlagen von Glacis und dem Luitpoldpark mit dem wertvollen Baumbestand ein.